Seit mehreren Monaten kursierten seltsame Geschichten in der Stadt. Menschen verschwanden. Nicht durch Unfälle. Und auch nicht nachts auf den Straßen. Alles begann immer auf die gleiche Weise. Ein regnerischer Abend. Jemand klopfte an die Tür.
Und draußen stand ein armes altes Ehepaar. Durchnässte Kleidung, müde Gesichter, zitternde Hände.
Sie baten nur um eine Sache:
— Einen Platz zum Übernachten…
Manche Menschen schlugen ihnen die Tür vor der Nase zu. Andere beschimpften sie sogar. Doch diejenigen, die Mitleid mit ihnen hatten und sie ins Haus ließen… verschwanden am nächsten Morgen spurlos.
Zuerst hielten die Bewohner das alles für einen Zufall.
Dann für ein einfaches Gerücht.
Doch als die Zahl der Vermissten sieben erreichte, begann die ganze Nachbarschaft, sich vor dem abendlichen Klopfen an der Tür zu fürchten.
Und dann, eines Tages, kam das alte Ehepaar zu einem letzten Haus… und was dieses junge Mädchen dank ihrer Güte entdeckte, versetzte alle in Angst und Schrecken. Denn dort wurde endlich klar, wer sie wirklich waren… 😱😨
Eine kleine alte Wohnung am Rand der Stadt.
Dort lebte allein ein junges Mädchen. Den ganzen Tag arbeitete sie in einem kleinen Café und kam abends erschöpft und schweigend nach Hause zurück. Die Nachbarn sagten, sie sei viel zu gutherzig für diese Welt.
In jener Nacht heulte der Wind heftig.
Das Mädchen hatte gerade Tee gemacht, als sie ein langsames Klopfen an der Tür hörte.
Einmal.
Dann ein zweites Mal.
Als sie öffnete, sah sie sie.
Die alte Frau konnte sich kaum auf den Beinen halten, und der Mann war vollkommen durchnässt vom Regen.
— Entschuldigen Sie… flüsterte der alte Mann. Nur für eine Nacht…
Das Mädchen dachte nicht einmal daran, abzulehnen.
— Kommen Sie schnell herein, Sie werden krank da draußen.
Das alte Ehepaar trat ein.
Die Wohnung füllte sich mit dem seltsamen Geruch von nasser Kleidung und altem Parfüm.
Das Mädchen brachte ihnen heiße Suppe, trockene Handtücher und überließ ihnen sogar ihr eigenes Bett.
Die alte Frau beobachtete das Mädchen lange schweigend.
Mit einem seltsamen Blick… als würde sie etwas in ihr prüfen.
— Lebst du allein? fragte sie schließlich.
— Ja.
Der alte Mann lächelte leicht.
Doch in diesem Lächeln lag etwas Eiskaltes.
In der Nacht begannen seltsame Dinge zu geschehen.
Zuerst hörte das Mädchen Flüstern aus der Küche.
Sie dachte, die Alten würden miteinander reden.
Doch als sie näherkam, verstummten die Stimmen sofort.
Das Mädchen stand auf und ging in das Zimmer.
Dort sah sie das alte Ehepaar regungslos im Dunkeln sitzen.
Aber als sie einen Schritt näher trat, erstarrte sie vor Entsetzen… denn in diesem Moment begriff sie, wer sie wirklich waren und was hinter all dem steckte…
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Das alte Ehepaar saß einfach nur regungslos im Dunkeln.
Wenig später bemerkte sie etwas noch Schrecklicheres:
Im Spiegel des Flurs war nur ihr eigenes Spiegelbild zu sehen.
Das alte Ehepaar hatte keinerlei Spiegelung.
Ein eisiger Schauer lief dem Mädchen über den Rücken.
Sie versuchte sich einzureden, dass sie einfach nur müde war.
Doch dann geschah etwas noch Schlimmeres.
Mitten in der Nacht wurde sie von schweren Schritten geweckt.
Die Tür ihres Zimmers stand halb offen.
Im Flur stand die alte Frau.
Sie starrte einfach nur auf das Zimmer des Mädchens.
Ohne zu blinzeln.
— Ist alles in Ordnung…? fragte das Mädchen voller Angst.
Die alte Frau lächelte langsam.
— Du hast ein sehr reines Herz…
Dann drehte sie sich um und verschwand in der Dunkelheit.
Am nächsten Morgen beschloss das Mädchen, dass sie gehen mussten.
Doch als sie das Wohnzimmer betrat…
War das alte Ehepaar verschwunden.
Nur nasse Fußspuren waren noch auf dem Boden zu sehen.
Und auf dem Tisch lag ein altes vergilbtes Foto.
Das Mädchen nahm es in die Hand.
Darauf war dasselbe alte Ehepaar zu sehen.
Doch das Foto war im Jahr 1961 aufgenommen worden.
Neben ihnen standen noch andere Menschen.
Sieben Personen.
Das Mädchen erstarrte.
Denn sie erkannte einige der Gesichter wieder.
Es waren die Menschen, die in den letzten Monaten verschwunden waren.
Auf der Rückseite des Fotos stand handgeschrieben:
„Wir kommen immer zurück zu denen, die uns ihre Tür öffnen.“

