Nach dem Tod ihrer Großmutter hatten der Junge und seine kleine Schwester keinen Ort mehr, an den sie gehen konnten… bis sie schließlich einen alten verlassenen Waggon fanden. Doch als sie entdeckten, was sich darin befand, erstarrten sie vor Angst. 😨
In der Nacht, in der ihre Großmutter starb, hatte der 12-jährige Junge noch ein Zuhause.
Doch am nächsten Morgen war dieses Zuhause vollständig niedergebrannt.
Der Junge stand im schlammigen Hof, während seine kleine Schwester sich an ihn klammerte. Sie sahen zu, wie der Regen zischend auf die verkohlten Überreste ihres ganzen Lebens fiel.
Das Dach war eingestürzt. Die Fenster waren nur noch leere Löcher. Unter einem Stück der Küchenwand konnte man die verbogenen Beine vom Stuhl ihrer Großmutter sehen.
Auch das kleine Mädchen bemerkte sie.
— Wo ist Omas Decke? … fragte sie leise.
Der Junge hatte nicht die Kraft, ihr zu sagen, dass auch die gelbe Decke verbrannt war.
Drei Tage zuvor hatte ihre Großmutter noch in der Küche gestanden, während ein heftiger Sturm gegen das Haus peitschte.
Die Kleine malte drei Menschen unter einem roten Dach.
Und der Junge nähte einen Knopf an seinem Mantel fest, weil ihre Großmutter immer sagte:
— Ein Junge, der reparieren kann, was ihm gehört, wird niemals hilflos sein.
Plötzlich fiel die Tasse aus der Hand der alten Frau.
Sie brach zusammen, noch bevor der Junge verstand, was geschah. Er hielt ihren Kopf auf seinen Knien, während die Kleine durch das Unwetter lief, um Hilfe zu holen. Ein letztes Mal griff die Großmutter nach der Hand des Jungen.
— Pass auf deine Schwester auf … flüsterte sie.
— Ich verspreche es dir … antwortete er.
Ihre letzten Worte waren noch schwächer.
— Solange ihr zusammenbleibt … habt ihr noch ein Zuhause …
Sie starb noch vor dem Eintreffen des Krankenwagens. Und während die Kinder auf dem Bauernhof der Nachbarn schliefen, fing ihr Haus mitten in der Nacht Feuer. Es blieb nichts mehr übrig, wohin sie hätten zurückkehren können. Am nächsten Tag ließ eine Sozialarbeiterin sie in einem Raum der Kirche Platz nehmen und öffnete eine Akte. Ihr Vater war verschwunden. Der Bruder ihrer Mutter weigerte sich, sie aufzunehmen.
Vielleicht hätte er den Jungen genommen. Aber nicht das kleine Mädchen.
Voller Angst klammerte sich das Mädchen an den Mantel ihres Bruders.
— Nein … ich gehe mit meinem Bruder … schluchzte sie.
Die Frau versuchte zu erklären, dass die Trennung nur vorübergehend wäre. Dass die Kinder einen sicheren Ort brauchten. Dass die Erwachsenen ihr Bestes gäben. Doch der Junge hatte bereits etwas Schreckliches verstanden.
Erwachsene können „Es tut mir leid“ sagen … und trotzdem dein ganzes Leben zerstören.
— Wir werden niemals getrennt, sagte er entschlossen.
In dieser Nacht, als alle auf dem Bauernhof schliefen, packte er einen alten Sack mit zwei Äpfeln, einem halben Brot, Erdnussbutter, der Bibel ihrer Großmutter, ihrem einzigen Foto, Streichhölzern und einem Klappmesser.
Dann weckte er leise seine kleine Schwester.
— Zieh deine Stiefel an … flüsterte er.
Das Mädchen setzte sich sofort auf.
— Wohin gehen wir? …
— Irgendwohin, wo uns niemand trennen wird.
Draußen fiel unaufhörlich eisiger Regen. Die Kleine wickelte den roten Schal ihrer Großmutter um ihren Hals und folgte ihrem Bruder in den dunklen Wald. Einige Stunden später waren ihre Stiefel durchnässt und ihre Lippen ganz blass geworden.
Sie stolperte zweimal, bevor sie flüsterte:
— Mir ist so kalt …
Der Junge legte ihr die alte Wolldecke um die Schultern und ging weiter.
Plötzlich knackte mitten zwischen den Bäumen etwas Riesiges im Wind.
Es war ein alter rostiger Waggon, verlassen auf vergessenen Gleisen, fast vollständig von Moos und Ästen überwuchert.
Verblasste Buchstaben waren noch an der Seite zu erkennen.
Die Tür stand einen Spalt offen. Der Junge schob sie weiter auf. Das Innere lag in völliger Dunkelheit. Die Kleine packte voller Angst seinen Arm.
— Ist das … gefährlich? …
Der Junge sah in den schwarzen Wald hinter ihnen … dann auf die dunkle Öffnung vor sich.
— Ich weiß es nicht … antwortete er.
Und trotzdem ging er hinein.
Im Inneren des alten Postwagens knarrte der Boden unter ihren Schritten. Staub bedeckte alte Säcke und Regale. Der Regen trommelte gegen das Metalldach. Ganz hinten im Waggon entdeckte der Junge unter einem zerbrochenen Tisch einen kleinen Gusseisenofen … und darin zwei Stücke Kohle. Die Augen des kleinen Mädchens fielen bereits zu.
Mühsam bewegten sie sich durch diesen zerstörten Unterschlupf … und als sie entdeckten, was sich darin befand, erstarrten sie vor Angst … 😨😱 Fortsetzung im ersten Kommentar 👇👇
Als der Junge sein letztes Streichholz anzündete, wurde das Innere des Waggons für eine Sekunde erhellt.
Das kleine Mädchen schrie plötzlich vor Entsetzen auf.
Ganz hinten im Waggon saß jemand im Dunkeln.
Regungslos.
Der Junge griff sofort nach der Hand seiner Schwester und wich langsam zurück.
Das Licht flackerte, und sie erkannten einen alten Mann mit langem Bart und zerrissenem Mantel.
Doch das war nicht das Erschreckendste.
Neben ihm lagen Dutzende Kinderspielzeuge … kleine Schuhe … und an den Wänden hingen Kinderzeichnungen.
Das kleine Mädchen begann zu weinen.
— Lass uns von hier verschwinden … bitte …
Plötzlich hob der alte Mann langsam den Kopf.
Seine Augen leuchteten auf seltsame Weise.
— Ihr seid zu spät gekommen … murmelte er mit rauer Stimme. — Er weiß bereits, dass ihr hier seid …
Der Junge verstand nicht.
— Wer … ?
In diesem Moment hallten schwere Schritte über das Dach des Waggons.
Eins … zwei … drei …
Jemand lief direkt über ihren Köpfen.
Dann schloss sich die Tür des Waggons langsam wie von selbst.
Das kleine Mädchen schrie.
Der Junge rannte zur Tür, doch sie ließ sich nicht öffnen.
Und genau in diesem Augenblick erklang leise ein Kinderlachen in der Dunkelheit.
Doch außer ihnen war kein anderes Kind in diesem Waggon … 😨😱

